![Auf den Grund gegangen: Ein 1714 gesunkenes schwedisches Kriegsschiff wird erforscht. Foto [Ausschnitt]: LAKD M-V, Landesarchäologie, Dr. Jens Auer. Auf den Grund gegangen: Ein 1714 gesunkenes schwedisches Kriegsschiff wird erforscht. Foto [Ausschnitt]: LAKD M-V, Landesarchäologie, Dr. Jens Auer.](/export/sites/gross_raden/.galleries/veranstaltungen/greifswalder-bodden_1000px.jpg_965750924.jpg)
Die Tage werden kürzer, das Winterhalbjahr beginnt – und mit ihm die beliebte Vortragsreihe im Archäologischen Freilichtmuseum Groß Raden! Von November 2026 bis Mai 2027 präsentieren wir sieben Vorträge zu topaktuellen archäologischen Forschungen und Entdeckungen. Diesmal geht die Reise zu versunkenen Steinzeitlandschaften in der Wismarbucht, zu den bronzezeitlichen Gewaltopfern im Tollensetal, zu den Dörfern der ersten Jahrhunderte nach Christi Geburt, zu den Göttern der alten Slawen, zu einer rätselhaften Burganlage an der Delvenau, zu einem neu entdeckten Handelsplatz an der Recknitz und zu versunkenen schwedischen Kriegsschiffen im Greifswalder Bodden.
Die Reihe beginnt im November mit einem Vortrag von Dr. Hans-Ulrich Voß (Lübstorf) über die Siedlungen der Römischen Kaiserzeit und der Völkerwanderungszeit in Mecklenburg-Vorpommern. Hier hat sich in den letzten Jahrzehnten Bahnbrechendes getan. Vor allem die großen Trassenprojekte führten zu einem enormen Erkenntnisgewinn.
Im Dezember berichtet Dr. Jens Auer (LAKD M-V, Landesarchäologie, Schwerin) über die Wiederentdeckung eines schwedischen Kriegsschiffs im Greifswalder Bodden. Im Eiswinter 1714/1715 gesunken, gewähren die Wracks der Fregatte Postiljon und ihres Begleitschiffs detaillierte Einblicke in die Ausstattung solcher Schiffe und das Leben an Bord.
Im Januar widmet sich Dr. Fred Ruchhöft (Natur-Museum Goldberg) der Glaubenswelt der Menschen im westslawischen Gebiet. Zu ihren wichtigsten Zeugnissen gehört zweifellos der in Groß Raden ausgegrabene und nachgebaute Tempel, aber auch darüber hinaus erlauben die archäologischen Quellen vielfältige Einblicke in die religiösen Vorstellungen der Slawenzeit.
Im Februar berichtet Prof. Dr. Frank Nikulka (Institut für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie der Universität Hamburg) von den neuesten Ausgrabungen in einer oberirdisch fast verschwundenen Burganlage an der Delvenau. Handelt es sich um die aus den Schriftquellen bekannte fränkisch-sächsische Grenzburg Delbende?
Im März stellt Dr. Svea Mahlstedt (Niedersächsisches Institut für Historische Küstenforschung, Wilhelmshaven) das Projekt SUBNORDICA vor. Sein Ziel sind die versunkenen steinzeitlichen Landschaften in der Wismarbucht, die heute bis zu 11 Meter unter der Wasseroberfläche liegen. Wie kann man in dieser Tiefe Siedlungen finden und erforschen?
Im April berichten Dr. Ute Brinker (Wismar), Dipl.-Ing. Hella Harten-Buga M.A. (Hamburg) und Dr. Corina Knipper (Curt-Engelhorn-Zentrum für Archäometrie, Mannheim), was die neuesten Forschungen im Tollensetal ergeben haben. Gegenüber den spontanen Deutungen der Anfangszeit lässt sich heute ein sehr viel differenziertes Bild des bronzezeitlichen Gewaltkonflikts zeichnen.
Im Mai schließlich endet die Reihe mit einem Vortrag von Dr. C. Michael Schirren (LAKD M-V, Landesarchäologie, Stralsund) über den neu entdeckten frühmittelalterlichen Handelsplatz an der Recknitz bei Pantlitz. Er reiht sich in so klangvolle Namen wie Reric (Groß Strömkendorf), Rostock-Dierkow, Menzlin und Ralswiek ein.
Die Vorträge werden von der Abteilung Landesarchäologie des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern veranstaltet und vom Verein der Freunde und Förderer des Archäologischen Freilichtmuseums Groß Raden e. V. unterstützt. Sie finden jeweils mittwochs um 19.30 Uhr im Vortragsraum des Archäologischen Freilichtmuseums Groß Raden statt.
Der Eintrittspreis beträgt 7 €, ermäßigt 4 €. Vor den Vorträgen laden natürlich auch die Ausstellungen im Museumsgebäude zum Besuch ein.
Programm
| Datum | Referent | Thema |
|---|---|---|
| 4. November 2026 | Dr. Hans-Ulrich Voß | Siedlungen der Römischen Kaiserzeit und der Völkerwanderungszeit in Mecklenburg-Vorpommern – Bemerkungen zum Forschungsstand |
| 2. Dezember 2026 | Dr. Jens Auer | Gefangen im Treibeis – Das Schicksal zweier schwedischer Kriegsschiffe im Großen Nordischen Krieg |
| 6. Januar 2027 | Dr. Fred Ruchhöft | Archäologische Einblicke in die Glaubenswelt der Slawen |
| 3. Februar 2027 | Prof. Dr. Frank Nikulka | Historisches Delbende gefunden? – Ergebnisse der Suche nach einem fränkisch-sächsischen castellum in Westmecklenburg |
| 3. März 2027 | Dr. Svea Mahlstedt | Versunkene steinzeitliche Landschaften in der Wismarbucht: Das SUBNORDICA-Projekt |
| 7. April 2027 | Dr. Ute Brinker, Dipl.-Ing. Hella Harten-Buga M.A., Dr. Corina Knipper | Tollensetal-Update: Neuigkeiten und ein Rückblick auf die letzten drei Forschungsjahre |
| 12. Mai 2027 | Dr. C. Michael Schirren, Dr. Sven Kalmring | Trittstein des Fernhandels – Der frühmittelalterliche Handelsplatz an der Recknitz bei Pantlitz, Lkr. Vorpommern-Rügen |